CO₂-Neutralität

Deutschland möchte bis 2045 klimaneutral werden. Das Ziel wurde fest im Bundes-Klimaschutzgesetz verankert. Es dient dem Zweck, die Erfüllung der nationalen Klimaschutzziele sowie die Einhaltung der europäischen Zielvorgaben zu gewährleisten. Gemeinsam mit den Städten und Kommunen möchten wir als Energieexperte unseren Beitrag dazu leisten und die Energiewende auf eine versorgungssichere Basis stellen.

Hierbei verfolgen wir aktuell zwei Lösungsansätze:

  1. Die kommunale Wärmeplanung, die die klimaneutrale Wärmeversorgung ermöglicht.
  2. Die Energiesektorenkopplung der Sparten Strom, Gas, Wärme und Mobilität, die durch intelligente Speichersystemlösungen miteinander verbunden werden.

Kommunale Wärmeplanung

Seit Jahresbeginn 2024 gilt das bundesweite Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze. Damit müssen die Länder gewährleisten, dass ihre Kommunen Wärmeplanungen nach den Vorgaben des Gesetzes aufstellen.

Das Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, unter Berücksichtigung aktueller Technologien und wirtschaftlichen Aspekten, eine Lösung zu entwickeln, die eine zukünftige klimaneutrale Wärmeversorgung in der Kommune ermöglicht.
Gemeinsam mit der Gemeinde Borchen und der Universität Paderborn (Lehrstuhl für Energiesystemtechnik, Prof. Dr.-Ing. Henning Meschede) erstellen wir bereits jetzt einen kommunalen Wärmeplan - als eine der ersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

Gerne erstellen wir auch für Ihre Kommune eine detaillierte und attraktive Wärmeplanung.

Die Vorgehensweise

1. Bestandsanalyse:

Zuerst wird der aktuelle Wärmebedarf der Kommune systematisch und qualifiziert erfasst. Hierbei werden u.a. die Fragen "Wie viel Heizenergie wird verbraucht?" oder "Wo wird wie viel Wärme gebraucht?" berücksichtigt. Auch die Anzahl der Bestandsgebäude, ihr Alter und Zustand werden detailliert analysiert.

2. Potenzialanalyse:

Im Anschluss werden die Potenziale ermittelt, die zu einer Steigerung der Gebäudeeffizienz und zur klimaneutralen Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien und Abwärme beitragen. Die Potenziale werden dann zu konkreten Maßnahmen entwickelt.

Entwicklung einer Wärmewendestrategie

 

Als letzter Schritt wird eine Wärmewendestrategie für die Kommune erstellt. Hierbei werden Verbrauchs- und Versorgungsszenarien durchgespielt sowie eine Ausweisung von Eignungsgebieten für die zukünftige Wärmeversorgung erarbeitet.

Für die Umsetzung der ermittelten Maßnahmen sind weitere Akteur:innen entscheidend:

  • Die Immobilienwirtschaft ist ein wichtiger Partner bei der Planung von Quartieren mit einem hohen energetischen Standard und einer effizienten Wärmeversorgung.
  • Gewerbe und Produktion sind notwendig, um Abwärme für Wärmenetze zu liefern und sind gleichzeitig auch große Wärmeverbraucher, insbesondere für Prozesswärme.
  • Die Bürgerinnen werden regelmäßig und transparent informiert, um eine größtmögliche Akzeptanz der Maßnahmen zu erreichen und eine Motivation zur Umrüstung des eigenen Gebäudes zu bieten.

Energiesektorenkopplung

Die Energiesektorenkopplung ermöglicht intelligente Speichersystemlösungen, indem sie die Sparten Strom, Gas, Wärme und Mobilität miteinander verbindet.

Somit wird eine Dekarbonisierung aller Sektoren der Wirtschaft möglich und der Energiebedarf kann durch effiziente Technologien deutlich gesenkt werden. Schwankungen der eneuerbaren Energien werden zusätzlich ausgeglichen und die Energiesicherheit erhöht.

In der Energiesektorenkopplung verfolgen wir die beiden Ansätze der gesamtenergetischen Optimierung und den Einsatz von Wasserstoff.

 

Gesamtenergetische Optimierung

Dezentralisierte Lösungen entlasten das Stromnetz und ermöglichen gleichzeitig enorme Kosteneinsparungspotenziale für Industrieunternehmen in der Energiebeschaffung.

Die Optimierung erfolgt in verschiedenen Schritten:

  1. Datenbasis und Zielsetzung: Für eine präzise Analyse erfassen wir Basisdaten wie den Jahresenergieverbrauch, den maximalen Verbrauch und den Grundbedarf.
  2. Verbrauchsanalyse: Auf Basis der erhobenen Daten simulieren wir die Lastgänge und ermitteln das Verbrauchsprofil jahres- und tageszeitabhängig sowie nach Wochentagen.
  3. Netzanschluss und Bezugskosten: Wir erfassen die Netzentgelte und die aktuelle Abrechnungssystematik.
  4. Ermittlung von Erlöspotenzialen: Für Batterie- und funktionale Speicher sind verschiedene Einsatzgebiete möglich, ein Beispiel ist die Netzentgeltoptimierung.
  5. Kostenoptimale Systemkonfiguration: Mit den erfassten Daten lassen sich verschiedene Systemkonfigurationen simulieren, aus der wir eine kostenoptimierte Lösung entwickeln.

Verwendung von Wasserstoff

Die Produktion von Wasserstoff aus Überschussenergie und die Bereitstellung des Wasserstoffes als stoffgebundener Energieträger soll zukünftig für verschiedene Sektoren nutzbar werden, z.B. bei der Energiespeicherung oder Mobilität.

Aktuell arbeiten wir an zwei Projekten:

1. H2 -Systemkraftwerk in Kirchlengern

  • Hier werden wir Wasserstoff aus Restholz per Thermolyse erzeugen.
  • Unsere Partner sind die EWB und die Firma Rodehuth Holzenenergie GmbH.

2. "Schlafender Riese" in Paderborn

  • In Paderborn herrschen gute Voraussetzungen durch Windkraftanlagen. Hier werden wir Wasserstoff per Elektrolyse aus dem Überschussstrom erzeugen.
  • Unsere Partner sind die AVE, Kreis Paderborn, SW Lichtenau und HyDrive OWL.

Ihr Ansprechpartner

Mike Süggeler

Leiter Innovation

Dr. Steve Flechsig

CO2-Neutralität